Heute gibt es bereits einen neuen Beitrag (eigentlich wollte ich ihn schon vor mind. einer Woche hochladen, aber dann funktionierte das Wlan meiner Schule nicht mehr…), weil ich gerade Zeit habe und ich auch mal mehr über mein Projekt schreiben wollte.
Aber ich beginne trotzdem mit dem letzten Wochenende, denn dort war ich mit Nine, Julia und einer anderen Freiwilligen in Baños. Diese etwas kleinere Stadt, die von Bergen umgeben liegt fand ich sehr schön und viel zu erleben gibt es dort auch. Wir waren allerdings nur im „Casa del Arbol“, ein Aussichtspunkt, von dem man normalerweise Baños von oben sehen kann, da als wir dort waren aber dichter Nebel herrschte, konnten wir nichts sehen. Aber die Schaukeln, die es dort gibt, mit denen man über einem Abhang schaukeln kann, sind auch ohne Aussicht toll.
Zurück im Dorf fing Montag dann wieder die Schule an. An dem Colegio UECIBAS in Macuma, an dem ich im Englischunterricht helfe, habe ich mittlerweile 8 Klassen (8. bis 10. Klasse, 1. bis 3. Bachillerato), die ich jeweils nur 1 – 2 Stunden die Woche habe, weswegen es mir sehr schwer fällt mir die Namen der Schüler zu merken (pro Klasse sind es zum Teil 30-40 Schüler), aber ein paar wenige kann ich mittlerweile.
Neben den Englischstunden, die mal so mal so ablaufen, helfe ich Hausaufgaben oder Tests anderer Englischstunden zu korrigieren, bereite ich die nächsten Stunden vor oder übe Englisch sprechen mit zwei meiner Lehrer, die mir im Gegenzug auch ein paar Shuarwörter versuchen beizubringen.
Nach der 6. Stunde ist für mich Schulschluss und ich mache mich auf den Nachhauseweg. Da der Bus, der eigentlich um 12 in Macuma sein sollte, dies sehr selten ist, laufe ich schonmal die Dschungelstraße in Richtung Macas bis zur nächsten „Bushaltestelle“, was so eine halbe Stunde dauert und warte dort, wenn es nicht regnet oder mega heiß ist, laufe ich auch weiter, bis der Bus kommt, der einen an jedem Punkt der Straße mitnimmt. Meistens bin ich dann zwischen 1 oder 2 Uhr mittags im Dorf, wo es dann Mittagessen gibt. Danach folgt eine Mittagpause und dann wird normalerweise gearbeitet. Montag haben wir allerdings nicht gearbeitet, da eine Frau aus Macas kam, die traditionellen Schmuck herstellt. Sie stellte ihre Ohrringe, Ketten, Schlüsselanhänger,… im Hängemattenhaus aus.
An den Tagen danach haben wir dann aber die erste Hälfte des Hühnerhauses fertig gemacht. Wir haben fleißig Holzbretter gesägt, gelupft und gehammert, sodass es nun ein abgeschlossenes Zimmer für die Hühner gibt, in das keine Ozelote oder andere hühnerfressenden Tiere eindringen können. Auch fand ich es besonders cool, wie Cesar die Tür konstruiert hat, beziehungsweise nicht die Tür an sich sondern die Türangel. Diese wurden nämlich aus den Sohlen alter Gummistiefel gemacht, von denen eine oben und eine unten an der Tür und an der Wand festgenagelt wurden. Da diese Befestigung aus Gummi ist, kann sich die Tür praktischerweise auch von selber schließen. Damit die Hühner lernen, dass das ihr neues Zuhause ist, müssen wir sie jetzt jeden Abend von ihrem alten Schlafplatz in Säcken ins neue Haus tragen, was ich aber gerne machen, da das Hühnerhaus weiter weg von meinem Zimmer ist und so die Hähne nicht mehr morgens um 5 bis um 7 unter meiner Hütte rumkrähen und mir meinen Schlaf stehlen können.
Am Donnerstag sind wir mit Farbe, Werkzeugen und großem Sack bewaffnet den Weg zur Straße hoch gelaufen und haben allerlei Müll aufgesammelt. Das haben wir dann auch oben um das Selva Vida Schild gemacht sowie an der Straße und dort lag leider einiges an Plastikmüll herum, da viele Menschen ihren Müll einfach aus dem Busfenster werfen, obwohl es dort Mülleimer und -tüten gibt und es eigentlich auch verboten ist. So haben wir unseren großen Sack leicht befüllen können. Danach kamen die Werkzeuge und Farbe zum Einsatz, denn Cesar demontierte die Selva Vida Schilder und wir frischten die Schriftzüge auf. Die Pinsel dafür machte Cesar schnell, indem er die Stiele großer Blätter abschnitt und mit dem Griff seiner Machete auf ein Ende des Stiels hämmerte, sodass es pinselartig wurde. Da es ein heißer Tag war, trocknete die Farbe sehr schnell und wir konnten sie wieder aufhängen. Danach bekam das Blätterdach noch von Cesar und Sven einen neuen Haarschnitt mit der Machete verpasst.
Diese Woche waren wir ab Mittwoch auch nur noch 4 Freiwillige, da Nine’s 2 Monate bei uns vorbei waren. Deswegen gab es für sie in ihrer Schule am Dienstag ein Abschlussfest, an dem sie sehr reich mit Schmuck aber vor allem Essen beschenkt wurden. Sie bekam so viel, dass sie und Julia, die an der selben Schule ist, hilfeschreiend den Weg zum Dorf herunterliefen, weil sie die ganzen Cañas, Papayas, Platanos,….fast nicht tragen konnten. Abends gab es dann ein besonderes Abendessen zum Abschluss. Cesar grillte über der Feuerstelle Schweinefleisch und Cecilia brachte Schokolade und Früchte aus Macas mit, woraus dann der Nachtisch entstand: eine Art Schokofondue. Bevor das Essen anfing hielt Cesar allerdings noch eine kleine Dankesrede an Nine für ihre Arbeit im Projekt. Alles in allem war es wirklich ein sehr schöner Abschluss.
Am Samstag erfuhr ich beim Frühstück, dass wir nachmittags auf einen Geburtstag der „Nachbarin“ eingeladen waren (das Haus ist 20 Minuten zu Fuß entfernt). Kurz nachdem wir dort angekommen waren, wurde eine große Tafel aufgebaut, die trotzdem nicht für die 30 – 40 Gäste reichte, auf die Bananenpalmenblätter gelegt wurden. Auf diese wurden dann Kochbananen und Yuca gelegt und jeder bekam eine Schüssel Gürteltiersuppe und danach gab es noch Reis mit Hühnchen. Etwas später, als es langsam dunkel wurde, gab es dann für jeden einen kleinen Schluck Sekt und Limonade und es gab sogar eine richtige Torte, von der jeder ein kleines Stück abbekam, dann wurde gesungen. Zuerst sangen wir Freiwilligen „Happy Birthday“ (auf englisch), die nächste Strophe wurde dann von allen auf spanisch gesungen. Während der gesamten Feier wurden immer wieder Chichabecher herumgereicht, nach der Torte wurden dann aber riesige Tonnen mit Chicha herbeigetragen und die Anzahl der Chichabecher, die herumgereicht wurden, erhöhte sich. Kurz darauf fingen dann auch die ersten an, andere zum Tanzen aufzufordern, da Musik lief. Wir wurden auch direkt zum Tanzen aufgefordert, und es muss zu Beginn sehr witzig ausgesehen haben, da wir den Tanzstil nicht wirklich kannten, aber es hat sehr viel Spaß gemacht. Normalerweise fordern die Männer die Frauen zum Tanzen auf, aber da Sven niemanden aufforderte, wurde er vom Geburtstagskind und einer Nichte Cesars zum Tanzen aufgefordert, was sehr witzig war. Nach 2 oder 3 Stunden Tanzen waren wir dann auch ziemlich müde und wir Freiwilligen machten uns auf den Heimweg (es war bereits halb zehn…;) normalerweise gehen wir um 8-9 schlafen).
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Today I already have the next entry (I originally wanted to post this a week ago but then my schools Wifi stopped working…) because I had time and I wanted to write a bit more about my project. Still I’m going to start with the last weekend, where I was in Baños with Nine, Julia and another volunteer. This smaller city, which is surrounded by mountains, is very nice and you can do a lot of things there. But we just went to the „Casa del Arbol“, a place where you normally can view Baños from above, but because it was very foggy when we were there, we couldn’t see anything. But the swings there with which you canswing above a steep hill are great even without the view.
Back in the village on monday school started again. At the colegio UECIBAS in Macuma, where I help with the English lessons, I now have 8 classes (8th – 10th grade, 1st – 3rd Bachillerato), each I only have 1-2 lessons per week which makes it very hard for me to learn all the names (in each class there are about 30-40 students), but I already know a few.
Besides English lessons, which sometimes go really well and sometimes not quite so, I help to correct homework or tests from other lessons, I prepare my next classes or I practice speaking English with two of my teachers, who try to teach me some Shuar words in return.
After the 6th period school ends for me and I start my way home. Because the bus, which is supposed to be in Macuma at 12, rarely does that, I often start walking the jungle street in the direction Macas until the next „bus stop“, which is about a half hour walk and wait there. If it isn’t raining or really hot I also go on walking until the bus comes, whoch picks you up wherever you are. Then I’m usually back in the village between 1 and 2 pm. where we have lunch. Then we have a lunch break and after that we normally start working. But mondy we didn’t work, because a woman from Macas came who makes traditional jewellery. She presented her earrings, necklaces,bracelets, keychains,… in the hammock house.
But the days after that we finished the first half of the chicken house. We sawed, carried around and hammered wood planks, so that there now is a closed off room for the chicken, where no ozelots or other chicken-eating animals can enter. I was especially amazed by how Cesar constructed the door, but rather the hinge and not the door itself. This was because he made them out of the soles of an old pair of rain boots, which he nailed to the top and bottom of the door and wall. Because it is from rubber, the door even closes on its own which is very handy. But now the chicken have to understand that this is their new home and in order to achieve that we now have to find and carry them to their new house every evening for about one week. But I don’t mind doing it because their new home is farther away from my hut than the old one and that means that the roosters won’t be able to cry under my hut from 5-7 in the morning anymore and rob me of my sleep.
On thursday we took paint, tools and a big sack and walked up the path to the jungle street. On the way and up at the street we collected a lot of trash. We also cleaned up the space around the Selva Vida sign and both sides of the street, sadly there was a lot of trash there because many people just throw their trash out of the window in the bus, altough all busses have trash cans and -bags and altough it is forbidden. Thatcs why we could easily fill up our big sack. After that we got to use the tools and paint, because Cesar took down the Selva Vida signs so that we could repaint the writing on them. The brushes needed for that he quickly made from the stems of big leafs which he cut off and hammered his machete on one end until it turned into something brush-like. Because it was a very hot afternoon the paint dried very fast and we could rehang the signs after a short time. Then the leaf-roof got a haircut from Cesar and Sven with a machete.
This week from wednesday on we also were only four volunteers, because Nine’s two months here were over. That’s why on tuesday there was a party in her school for her, where she got a lot of jewellery but even more food. She got so much that she and Julia, who is at the same school, came down the path crying for help, because they could barely carry all the Cañas, Papayas, Plantains,…. Later we had a special dinner. Cesar grilled pork over the fire place and Cecilia brought chocolate and fruits from Macas, from which we made our dessert: a kindof chocolate fondue. But before we ate Cesar held a little thank-you-speech for Nineto thank her for her work in this project. In short, it was a very nice farewell day.
On saturday during breakfast I heard that we were invited to the birthday party of our „neighbour“ (the house is a 20 minute walk away). Shortly after we arrived there they set up a long table, which wasn’t big enough for the 30 – 40 guests. On that they layed big banana palm tree leafs on which they put cooked yuca and plantain and everyone gota bowl of armadillo- soup and after that there was rice with chicken. A bitlater as it started to get dark everyone got a small sip of champagne and lemonade and there even was a real cake, which everyone got a little piece of. Then we sung. We volunteers started with „Happy Birthday“ (in English), then everyone continued in Spanish. The whole time Chichancups were handed around, but after the cake huge buckets of Chicha were carried to wher we sat and the number of Chicha cups increased a lot. Shortly after that the first people started asking others to dance, because there of course was music. We were also very quickly asked to dance which must have looked very funny in the beginning because we didn’t know how to dance like them but we had a lot of fun. Nor.ally the men ask the women to dance but because Sven didn’t ask anyone he was asked by the woman who’s birthday it was and by a niece of Cesar, which was very funny. After two or three hours of dancing we volunteers were all pretty tired and we went home (it was already 9:30 and in the village we normally go to bed at 8 or 9 😉 ).








